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Deutsche Bibliothek - ISSN 1616-1831
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24.01.2000

Technische Analyse, Chartanalyse, Charttechnik von Aktien und Indices

In dieser Ausgabe werden folgende Werte untersucht:

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AMEX Internet Index

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www.taprofessional.de, Mo, 24.01.2000, ld.
Um ein bisschen ein Gefühl dafür zu bekommen, mit was wir es beim AMEX Internet Index zu tun haben, gleich zu Anfang ein Relativ-Vergleich mit dem selbst schon HighTech-lastigen NASDAQ Composite-Index :

Chart: Vergleich: AMEX Internet Index und NASDAQ Composite Index
Unzweifelhaft ist zu sehen, daß der Internet-Index die schon sehr gute Performance des NASDAQ Composite im letzten Jahr markant übertraf. Die Skalierung im Chart des Relativ-Vergleichs zeigt die prozentuale Veränderung der Kurven ab dem ersten Kurs ganz links - also ab ca. Mitte Dezember 1998. Bis zum 20.Januar diesen Jahres hat sich der NASDAQ Composite etwa verdoppelt - der AMEX Internet-Index legte in der selben Zeit mit weit über 200% nochmals mehr als doppelt so viel zu.

Die Outperformance des AMEX Internet-Index ist jedoch noch nicht soo lange zu beobachten. Ein längerer Relativ-Vergleich zeigt, daß sich die beiden Indices bis Mitte 1998 ungefähr gleich stark entwickelten. Erst in der Rally zum Jahreswechsel 1998-1999 begann der Internet-Index viel stärker zu steigen.
Es ist auch bekannt, daß letzes Jahr bei weitem nicht alle an der US-Computerbörse NASDAQ notierten Aktien zu den großen Gewinnern zählten. Nur was als HighTech- oder Internet-Aktie galt, profitierte enorm. Von den knapp 4600 Werten der Wachstumsbörse verzeichneten mehr als 2000 Aktien 1999 Verluste. 80% der NASDAQ-Werte haben sogar weniger zugelegt als der Index selbst.

Okay, wie sieht es mit der technischen Situation des AMEX Internet-Index aus. Der NASDAQ Composite ist ja im historischen Vergleich m.E. relativ heissgelaufen.

Chart: AMEX Internet Index
Selbst hier im Chart ist IMO gut zu erkennen, daß der Index seit Ende 1998 seinen Charakter verändert und eine erheblich schärfere Gangart an den Tag legt. Upswings werden stärker, Korrekturen erratischer, die Volatilität steigt insgesamt.

Trotzdem kann man m.E. nicht sagen, dass der Internet-Index technisch kritisch ist. Die aufstrebende, große (blaue) Unterstützungslinie wird erst bei einem Stand von etwa 450 gefährdet. Innerhalb des grob konstruierbaren Trendkanals ist der Index aktuell nicht überkauft. Nach langen und durchaus sehr starken Aufwärtstrends folgte immer eine gesunde Korrekturphase (siehe Q3/1998, Q2/1999). Die Korrekturen enden dabei technisch erstklassig auf der nächsttieferen Unterstützung.

Auch die langfristige gleitende 200-Tage Durchschnittslinie (GLD) wurde innerhalb der letzten min. 2 Jahre nicht nachhaltig unterschritten und wirkt als Unterstützungslinie.

Während man beim NASDAQ Composite eine deutliche Übertreibung in Form einer historisch extremen Entfernung von der 200er GLD erkennen kann, ist dies beim AMEX Internet Index noch nicht der Fall :

Chart: AMEX Internet Index GLD-Differenz
Der Disparitäts-Indikator liegt mit aktuell ca. +60% zwar längst nicht mehr im neutralen Bereich, befindet sich aber noch nicht auf dem Extrem-Niveau, das das Top im April 1999 markierte.

Seit Anfang des Jahres konsolidiert der Index knapp unter der psychologisch bedeutenden vollen 600er-Marke. Die Trendampel steht trotz der markanten Gewinne seit August 1999 (nur) auf gelb.

Der Chart verführt dazu, die aktuelle Konsolidierung mit der von Anfang 1999 zu vergleichen. Vor einem Jahr konsolidierte der AMEX Internet-Index ebenfalls nach starken Gewinnen kurzfristig im Januar, um dann einen letzten Schub im Teilswing nachzulegen. Bei etwa 680 Punkten wäre der Index dann aktuell ähnlich stark überkauft wie im April letzten Jahres.

Können die 600 in Kürze nicht genommen werden, ist ein weiteres Absacken bis auf die (blaue) Unterstützungslinie wahrscheinlich. Notierungen von 500-480 wären dabei nicht außergewöhnlich.

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Spyglass

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www.taprofessional.de, Mo, 24.01.2000, ld.
Bei der Spyglass ist die entscheidende charttechnische Situation eigentlich schon gelaufen. In den Jahren 1997 und 1998 entwickelte die Aktie nach starken Verlusten zuvor einen langen und gemächlichen Boden. Besonders anhand des Verlaufs der gleitenden 200-Tage Durchschnittslinie (GLD) ist die schöne Umkehrformation zu erkennen, die als rounding bottom bezeichnet wird. In der Charttechnik ist dies eine selten zu beobachtende Entwicklung, die dafür aber eine sehr hohe Prognose-Qualität besitzt. Rounding bottoms sind uneingeschränkt positiv. Im Falle von Spyglass deutet die Formation auf eine sehr sichere, langfristige Trendwende hin.

Chart: Spyglass
Nach dem deutlichen Break der kräftigen Widerstandslinie bei Euro 11 wurde Spyglass im letzten Jahr noch vom schwächeren Widerstand bei 20 aufgehalten. Ende des Jahres wird aber auch diese Hürde genommen. Spyglass ist wieder auf dem Weg nach oben.

Nach diesem langfristigen Turnaround ist hier charttechnisch im Moment nicht viel zu machen. Beachten Sie die extreme Volatilität, die Spyglass aufgebaut hat. Eine historische 30-Tage-Volatilität von 183% ist nicht wenig. Schnelle und starke Korrekturen bis zu -50% sind nicht unüblich. Das ist nicht jedermanns Sache.

In dieser Hinsicht sind die waagerechten Widerstände wichtig, die sich bei der Aktie nach dem Turnaround immer wieder manifestieren. Es ist gut möglich, daß sich Spyglass wie in der jüngsten Vergangenheit verhält - Schub und Throw Back auf das nächsttiefere Unterstützungs-Niveau, das bislang als Widerstand galt - siehe Euro 11 und 20, dann 20 und 30 (, 50 und 30) ...

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Excite@Home

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www.taprofessional.de, Mo, 24.01.2000, ld.
Excite@Home entwickelte sich aus dem Zusammenschluss der Firmen @Home und Excite im letzten Jahr. Bislang hat sich die Übernahme für @Home nicht positiv ausgewirkt. Langfristig besitzt die Aktie noch den für die meisten großen Internetwerte typischen Trendverlauf. Generell noch aufwärts, von September bis zum Ende des 1.Quartals 1999 steil nach oben, danach schärfere Korrektur bis ins 3.Quartal.

Chart: Excite@Home
Lange Zeit wird Excite@Home auf der Unterstützung Euro 35 aufgefangen und startet mit dem Gesamtmarkt zum Jahresende durch. Der junge Uptrend wird jedoch im Widerstands-Bereich Euro 50 abgewürgt. Excite@Home verhält sich wie ein Underperformer und fällt zurück auf die Unterstützung 35 während der Gesamtmarkt rennt.
Noch ist dies kein Beinbruch, doch so langsam muss Excite@Home in Gang kommen. Die 200 Tage Durchschnittslinie beginnt nach unten zu drehen. Wird sogar die im Moment bedeutendste Unterstützung Euro 35 unterschritten, wird ein Verkaufsignal generiert. Stopp-Vorschlag Euro 32.

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JDS Uniphase

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www.taprofessional.de, Mo, 24.01.2000, ld.
Der Chart von JDS Uniphase ist selbsterklärend. Die Aktie baut über ein Jahr einen exakten Aufwärtstrend mit minimalen Schwankungen.
So langweilig das im gut 1jährigen Linienchart auf den ersten Blick aussieht - die Performance ist enorm : JDS Uniphase gewinnt seit Dezember 1998 mehr als 1800%, d.h. eine Ver18fachung des Kurses.

Chart: JDS Uniphase
Bis Ende Oktober gab es an der Kurve charttechnisch gar nichts auszusetzen. Perfekt. Mit Start der Jahresendrally beginnt JDS Uniphase etwas zu übertreiben und läuft in einem steileren Trend aus dem bisher bestimmenden Aufwärtstrendkanal.
Auch dieser neue Uptrend ist bislang makellos. Es könnte sogar sein, daß die Aktie mit diesem stärkeren Momentum weiterläuft. Solche Entwicklungen kann man häufig beobachten.

Sollte JDS Uniphase jedoch aus dem neuen Trendkanal nach unten ausbrechen - aktuell wäre das mit Kursen unterhalb von etwa 170 Euro der Fall - ist ein Rückfall in den gut einjährigen Uptrendkanal wahrscheinlich.
Vom aktuellen Niveau wären in diesem Fall bis zu 50% Verlust möglich. Besonders Neueinsteiger sollten unbedingt mit ständig nachgezogenen Stopps arbeiten.

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Gruß und Erfolg, Lutz Düvel
24.01.2000
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