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Editorial Update: BAAN-Aktie kommt JAPAN: gefährliche YEN-Stärke Sichere Rendite: Air Liquide Leserbriefe Link der Woche
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TA professional, Mi, 15.09.99, ld. Willkommen zur Ausgabe Nr.9 ! Auch wenn sich die Sicht immer noch nicht geklärt hat, es ist an der Zinsfront in den letzten Wochen etwas ruhiger geworden. Konjunkturdaten werden immer noch mit Argusaugen analysiert, die T-Bonds-Rendite verharrt aber knapp über 6%. Leider folgt die nächste kritische Entwicklung auf dem Fuße. Der japanische YEN haussiert. Und das nicht zu knapp. Gefahr für den Nikkei.
Bei dieser Börsenlage kann es vorteilhaft sein, sich auf defensive Titel zu konzentrieren. Die französische Air Liquide ist so einer.
Rückblick
Gruss, Lutz Düvel [ Manager Deutsches Finanz Forum, CompuServe ]
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TA professional, Mo, 13.09.99, ld. In Ausgabe Nr.3 vom 31.05. haben wir die Aktie der BAAN erstmals beobachtet. Zu dieser Zeit verließ sie gerade mit großem Schub die Widerstandszone knapp unter 9 Euro. Völlig erwartungsgemäß wurde dieser sehr positive erste Thrust bei Widerstand 14 Euro abgewürgt. (Nur tageweise erreichte sie auch Kurse über 16 - exakter ist Technische Analyse aber nicht). Vorher konnte BAAN die langfristige 200 Tage Durchschnittslinie (GLD) überwinden. Nochmal positiv. Ebenfalls sehr positiv die weitere Entwicklung seit Juli : BAAN wird vom Widerstand 14 Euro zurückgeworfen und bremst ab auf dem Niveau der Tops vom Jahreswechsel und der 200er GLD, die nun Unterstützung ist. So etwas wie ein Throw Back. Die Tiefs der letzten zwei Monate streben nach oben (dünne blaue Linie). In der letzten Woche beginnt BAAN mit einem Kraft ausdrückenden, voll ausgefüllten, weißen Candle-Stick-Element wieder zu schießen. Das ziemlich sichere neue Kaufsignal wird mit Kursen über 15-16 Euro generiert. Nächster Widerstand dann gering bei Euro 20 (siehe 02-03/97) und dann erst knapp unter Euro 30, der unteren Grenze der alten Trading Range im zweiten Halbjahr 1997. [ zum Anfang ]
TA professional, Di, 14.09.99, ld. Der folgende Chart zeigt sozusagen eines der Schlachtfelder, auf dem moderne (Handels-)Kriege geführt werden können. Es ist der amerikanische Dollar-Kurs in japanischen Yen. Wie gegenüber der Deutschen Mark verlor der US-Dollar seit 1985 gegenüber Yen stark an Wert. In den Jahren 1988 bis 1992 manifestierte sich bei etwa 125 eine sehr ausgeprägte Unterstützungszone. Als die Anfang 1993 nach unten durchbrochen wurde, setzte sich der Kursverlauf erwartungsgemäß in Richtung des primären Abwärtstrends fort. Nach einem Sell-Out in 1995 unter die Marke 100 endet der Abwärtstrend jedoch knapp über 80. In diesen Jahren waren die USA ausgesprochen unglücklich über das wachsende Handelsbilanzdefizit mit Japan. Sie drohten mit immensen Strafzöllen von bis zu 100% auf japanische Importe. Mit dem (tatsächlich so lautenden) Sonderartikel "Super 301" glauben die Amerikaner, solche Aufschläge rechtfertigen zu können. Der berüchtigte Artikel aus dem amerikanischen Handelsgesetz ist die schärfste Waffe gegen "unfaire" Handelspartner. Wer "unfair" ist, wird natürlich von der US-Regierung selbst bestimmt. Auch versuchten die USA, die japanische Wirtschaft zu jährlich garantierten Abnahmemengen amerikanischer Ware zu zwingen. Währenddessen stürzte der Dollar gegenüber dem Yen immer weiter. Auch dies ist ja eine Möglichkeit, das Handelsbilanzdefizit zu begrenzen. Denn je teurer der Yen desto teurer sind die japanischen Exporte in die Staaten. Natürlich kann ein Devisentrend selbst von einer Regierung nicht bestimmt werden. Doch eine bedeutende Wirtschaftsmacht wie die USA kann einen Trend begünstigen. Unterlassene Hilfestellung bei Interventionen, verbal Wohlwollen über die Entwicklung äußern und dergleichen ... Irgendwann beruhigte sich der Handelskrieg, der Yen entspannte, die japanische Exportwirtschaft atmete auf. Spätestens Anfang 1996 wurde dabei mit Überschreitung der großen Abwärtstrendline ein langfristiges Kaufsignal generiert. Die massive Widerstandszone bei etwa 125 führte zuerst nur zu einer Bremsung des starken neuen Uptrends, was angesichts der Stärke dieses Niveaus ungewöhnlich ist. Jahre später, jetzt, ist aber doch eine bedeutendere Rolle erkennbar : die Struktur seit 1997 ist die einer Head & Shoulder-Umkehrformation, wobei der Bereich 125 jeweils die Schultern oben begrenzt. Die negative Aussage der Formation wird noch verstärkt durch eine leicht abwärts gerichtete Neckline bei ca. 110.
In den letzten Tagen ist der Yen weiter fest gegangen, der Dollar gg. Yen deutlich unter 110 gefallen. Die Japaner wissen wie wichtig die Psychologie der Märkte ist und versuchten ihre Währung mit Interventionen zu drücken. Dabei wird von der Notenbank Yen verkauft, Dollar gekauft. Mehr Wirkung hätten die Interventionsversuche, wenn die Bank of Japan von anderen bedeutenden Notenbanken Unterstützung erhielte, die mehr Respekt der Marktteilnehmer genießen. Doch die amerikanische Notenbank (und auch die EZB) halten sich bislang diskret zurück. Ein Schelm, wer böses dabei denkt. (Das Handelsbilanzdefizit der Amerikaner mit Japan ist in den vergangenen Jahren nicht kleiner geworden. Im Gegenteil.) Charttechnisch ist deshalb ein Sturz auf die Unterstützung bei 95 Yen sehr gut möglich. Der Unterstützungsbereich 100 ist weit weniger stark.
Der Aufwärtstrend des japanischen Nikkei-Index ist dadurch gefährdet. Je stärker die Landeswährung desto schwerer wird es der Exportnation Japan fallen, die zarten konjunkturellen Erfolge fortzusetzen. Die statistischen Indikatoren senden jedoch jetzt schon Warnsignale : In den 90ern lieferte ein einfacher Indikator wie z.B. die Differenz zur 200er GLD in einem mittelfristigen Horizont spitzenmäßige Signale. Der Nikkei liegt im Moment mehr als 15% über der GLD. Ende der 80er Jahre, 1993 und 1996 markierte ein so hoher Stand jeweils das Ende eines temporären Aufwärtstrends.[ zum Anfang ]
TA professional, Mi, 15.09.99, ld. Die einfachste Technische Analyse ist eine mit selbsterklärenden Charts. Die Aktie der französischen AG Air Liquide verfügt über so einen Kursverlauf. Sehen Sie selbst : Seit mehr als 9 Jahren(!) baut Air Liquide einen fast perfekten Uptrendkanal. Während die obere Widerstandslinie (rot) von Zeit zu Zeit angegriffen wird, ist die (in Aufwärtstrends wichtigere) untere Unterstützungslinie (blau) bombenfest. Der Crash 1990 verkommt in diesem Chart zu einem Zwischenspiel. Versuchen Sie einmal, nur eine deutsche Aktie zu finden, die einen ähnlich stetigen und stabilen Uptrend entwickelt. Das dürfte schwer fallen. Sicherheit hat ihren Preis. Die Performance ist nicht besonders hoch. Rechnerisch erwirtschaftete Air Liquide in der sichtbaren Historie im Durchschnitt eine Verzinsung von pro Monat ca. +0,85% , pro Jahr etwa +11,2%. Aber die zahlen ja auch noch Dividende. Und das KGV ist mit unter 20 moderat. Im Langfrist-Chart allein auffällig ist der Breakversuch Mitte 1998 und die danach entstandene Struktur, die im Candle-Stick-Chart auf Wochenbasis besser zu sehen ist : Eine klar definierte untere Aufwärtstrendline bzw. Unterstützung, fast genauso exakt gibt es eine obere Abwärtstrendlinie. Beide Linien laufen eindeutig zusammen und bilden somit ein symmetrical triangle.Das heißt eine Thrust-Phase der Aktie ist wahrscheinlich sobald eine der Trendlinien signifikant gebrochen wurde. Erst dies ist das Einstiegssignal, da bei gleichermaßen auf- wie abwärts laufenden Trendlinien nicht klar ist, in welche Richtung der Thrust geht. Die Aussage dieses symmetrical triangles wird geschwächt, da ein Ausbruch noch immer nicht erfolgt ist, obwohl die Spitze fast erreicht ist. Die kleinen, schmalen Candles der letzten Wochen werden richtig in die Enge getrieben. Ein Breakversuch nach oben im Juni/Juli verhungerte. Der nächste sollte in Kürze (noch im September?) stattfinden. Zu langweilig ? Dann zittern Sie mit BAAN. ;0) [ zum Anfang ]
31-Aug-99, von Dr. Meinolf Drüeke : Ihr eZine, welches ich heute erstmalig erhalten habe, finde ich recht interessant. Da ich nicht weiß, welche charts Sie sonst so bringen, hier einige persönliche Wünsche: Neuer Markt: aber nicht zusammenfassend NEMAX50 oder all share sondern aufgelöst nach Branchen (Internet, Biotech etc.). Fonds: Schwerpunkte Japan, Biotech, Internet. Mit freundlichen Grüßen.
TA professional : Danke für Ihr Feedback. Wenn Sie einen Überblick über die bisherigen Schwerpunkte bekommen möchten, können Sie sich die bisherigen Ausgaben im Archiv auf unserer Internet-Homepage http://www.taprofessional.de nachladen. Dies ist sowieso empfehlenswert, da nicht in jeder Ausgabe jeder Aspekt einer Chartanalyse wiederholt werden kann, best. Situationen aber fortlaufend behandelt werden.
Wir wissen, daß die Aktien des Neuen Markts sehr beliebt sind bzw. auf großes Interesse stoßen. Persönlich kann ich dies nicht verstehen, da es an den weltweiten Börsenplätzen erheblich bessere Aktien gibt. Sowohl, was die langfristige Performance angeht als auch die fundamentale Bewertung und eben auch die charttechnische Analysierbarkeit. Aktien des Neuen Markts haben leider nur eine sehr kurze Kurshistorie und eignen sich deshalb nur in den seltensten Fällen für eine sinnvolle Chartanalyse. Natürlich ist dies nur eine Meinung, die jemand anderer bestreiten könnte.
Nichtsdestotrotz werden best. Aktien des Neuen Markts bei interessanten Chartkonstellationen in kommenden Ausgaben behandelt. Die charttechnisch gefährdete MobilCom z.B. steht schon seit längerer Zeit auf der internen
Bei den gewünschten Schwerpunkten Japan, Biotech, Internet ist charttechnisch viel mehr zu machen. Und wir werden in den kommenden Ausgaben - wenn sich die Zinssituation beruhigt - verstärkt auf interessante Aktien dieser Bereiche eingehen.
Beste Grüße.
Liegt Ihnen eine Anmerkung zum eZine auf der Zunge oder haben Sie eine Frage zum Thema ? [ zum Anfang ]
Apropos Neuer Markt - wer bei Neuemissionen schon während der Zeichnungsfrist einen Eindruck bekommen möchte, wie das Interesse an den Papieren ist, sollte die "Graumarktkurse" beachten. Liegen schon die nicht über Emissionspreis, ist Zurückhaltung angebracht. Kein sonderlich gutes Homepage-Layout aber solche Preistaxen sind z.B. abrufbar bei :
Schnigge.de : http://www.schnigge.de/
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