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D a s e Z i n e d e r T e c h n i s c h e n A n a l y s e |
23.01.2002
Lutz Düvel beantwortet Leserbriefe
In dieser Ausgabe gibt es Antworten zu den Aktien von
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Thu, 10 Jan 2002 21:17:03 +0100, von Hermann Andrade :
"Sehr geehrter Herr Düvel,
wie schätzen Sie die Aussichten von Solarworld und Energiekontor ein?
Vielen Dank! Hermann Andrade"
Lutz Düvel, www.taprofessional.de, 23.01.2002 :
Die Solarworld AG ist spezialisiert auf Photovoltaik. Kürzlich hat die AG am 16.Januar erste Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr veröffentlicht, die vielversprechend ausschauen: der Umsatz konnte auf 35,87 Mll. mehr als verdoppelt werden. Es wurde zudem angekündigt, daß auf der nächsten Hauptversammlung eine Erhöhung der Dividende vorgeschlagen werden soll. Bislang beträgt die Ausschüttung 0,30 Euro. Man kann also davon ausgehen, daß sich auch der Ertrag in 2001 positiv entwickelt hat.
Ob die Wende gelingt, wird sich erst bei der Reaktion am nächsthöheren Widerstand zeigen. Der Chart zeigt eine sehr starke Widerstandszone zwischen 40 und 50 Euro, die die Aktie im Jahr 2000 über Monate aufhielt. Den Break der 40er Marke würde ich deshalb auf jeden Fall abwarten.
Thu, 15 Nov 2001 22:33:22 +0100, von Yücel Cetin :
"Hallo Herr Düvel,
ich würde gerne Ihre Meinung zu "Xoma Ltd." und "i2 technologies" wissen wollen. Ihre technischen Analysen schätze ich sehr und bin daher sehr gespannt auf Ihre Einschätzung zu diesen beiden Werten.
Vielen Dank im Voraus und weiterhin viel Erfolg!
MfG Yücel Cetin"
Lutz Düvel, www.taprofessional.de, 23.01.2002 :
Das amerikanische Biotech-Unternehmen XOMA ist im letzten Jahr in den ersten neun Monaten kräftig gewachsen. Die Umsätze stiegen um 99 Prozent auf 11.4 Mll.$. Die AG wirtschaftet aber noch nicht profitabel, der Verlust stieg um 5 Prozent auf 21 Mll.$. Vergleichen Sie dabei die Marktkapitalisierung, die aktuell bei 676 Mll.$ liegt (Quelle: Yahoo Finance).
Wie bei den meisten Biotechs fällt es mir schwer, das Unternehmen fundamental zu bewerten. Bei XOMA heisst einer der Hoffnungsträger Xanelim. Man erwartet bei diesem Wirkstoff ein Milliardenpotenzial - wenn es denn endgültig zugelassen wird, möglicherweise im nächsten Jahr.
Bislang hält sich XOMA noch gut über der wichtigen waagerechten Unterstützung bei sieben bis acht Euro. Der Kurs läuft seit Oktober nach oben und könnte mit Kursen über zwölf ein höchst spekulatives Kaufsignal auslösen. Die Aktie von XOMA ist sehr volatil und risikoreich. Da das Umfeld momentan nicht stimmt, rate ich von einem Einstieg ab.
Fri, 14 Dec 2001 17:18:52 +0100, von Manfred Tschischka :
"Sehr geehrte Herr Düvel,
ich bitte Sie um eine Analyse von Bombardier (Kanada).
Ich bedanke mich im Voraus.
Mit freundlichem Gruß Manfred Tschischka"
Lutz Düvel, www.taprofessional.de, 23.01.2002 :
Die kanadische Bombardier ist ein Verkehrstechnikkonzern, der hauptsächlich Schienenfahrzeuge und Kurzstrecken-Flugzeuge produziert. Mit fast 80,000 Mitarbeitern weltweit ist Bombardier ein internationaler Großkonzern. Im Flugzeugbau belegt das Unternehmen den Platz Drei nach Boeing und Airbus. Letztes Jahr übernahm Bombardier für 725 Mll.$ Adtranz von DaimlerChrysler und sprang dadurch gemessen am Umsatz auf Platz Eins in der Bahnindustrie.
Lange Zeit wurden die Aktionäre von soliden Zahlen verwöhnt. Doch seit September ist alles anders. Der Konzern rutschte in die roten Zahlen und senkte das Ertragsziel für 2002 deutlich von +40 auf nur noch +15 Prozent. Die Bahn-Sparte leidet unter der konjunkturellen Schwäche, im Luftfahrt-Sektor belasten die Terroranschläge vom 11.September.
Schon Tage vor dem Terroranschlag in New York brach der Kurs durch die waagerechte Unterstützung bei 14 Euro. Charttechnisch klassisch folgt daraufhin ein sehr schneller Sell-Out der erst nach 50 Prozent Verlust in der Unterstützungszone bei acht Euro halt macht.
Seit Oktober hat sich der Kurs bereits kräftig erholt und auch die nächsthöhere Widerstandszone im Raum von zehn Euro überschritten. Bei dem Rückwurf seit Anfang Januar könnte es sich um einen Throw-Back handeln, der über zehn ausläuft. Davon gehe ich momentan aus. Dieses Niveau bietet sich für die Platzierung eines Stopps an.
Wenn sie sich über zehn Euro hält, lautet das Rating für Bombardier neutral bis positiv. Aufgrund des Trendbruchs im September und der schwächeren Wachstumsaussichten ist vorerst nicht damit zu rechnen, daß die Aktie den Aufwärtstrend wie in den Jahren zuvor fortsetzt.
Trotzdem sei Bombardier langfristig weiter auf Kurs, bekräftigte die Führungsspitze.
Mon, 26 Nov 2001 14:03:26 +0100, von Stefan Haneke :
"Sehr geehrter Herr Düvel,
ich habe EMC für 55 Euro gekauft. Soll ich jetzt verbilligen, oder ist noch einmal mit dem Testen der Tiefstände von September zu rechnen?
Ferner interessieren mich Gericom oder IPC Archtec
Herzlichen Dank Stefan Haneke"
Lutz Düvel, www.taprofessional.de, 23.01.2002 :
Gericom wurde gerade in den Leserbriefen Ausgabe Nr. vom 13.01.2002 behandelt. Wie erwartet, ist der Kurs nach unten aus dem Symmetrical Triangle ausgebrochen. Am 16. diesen Monats lag das Tief bei 27 Euro. Charttechnisch hängt die Aktie damit kurzfristig an einem seidenen Faden. Der Kurs darf keinen Cent tiefer fallen, ansonsten würde ich sie abgeben.
EMC wurde letztmals in den Leserbriefen Ausgabe Nr.41 vom 05.07.2001 charttechnisch beleuchtet. Der Zeitpunkt ist im folgenden Chart mit einem (braunen) Pfeil markiert. Das Rating lautete im Juli negativ. Nur Tage später löste EMC mit dem Break der 30er Unterstützung ein neues Verkaufsignal aus und verlor bis September nochmals knapp 70 Prozent! Es lohnt sich einfach, solche Signale zu beachten.
Charttechnisch gibt es Hoffnungsschimmer. Im November-Dezember ist der Aktienkurs aus dem steilen Abwärtstrend gewandert und wird nun von dem Widerstand bei 20 aufgehalten. Danach folgt ein viel stärkerer Widerstand bei 23 Euro.
Überzeugen kann mich diese Entwicklung noch nicht. EMC ist einer der Big-Player und ich nehme an, daß die Aktie in der Zone 10 bis 20 einen tragfähigen Boden bilden wird. Ich glaube jedoch, daß dafür noch mehr Zeit vonnöten ist. Es gibt noch keinen Grund für eine nachhaltige Trendwende. So wie Sie sitzen sehr viele Anleger bei EMC auf hohen Verlusten und Sie können davon ausgehen, daß seitens dieser Anleger jede Erholung für verspätete Verkäufe genutzt wird.
Wenn auch Sie eine Frage zu einer bestimmten Aktie haben, schicken Sie mir einfach eine eMail mit Ihrem Anliegen.
Gruß und Erfolg, Lutz Düvel
Bitte beschränken Sie sich auf einen, maximal zwei Werte Ihrer Wahl.
Die Adresse für die Leserbriefe zur Technischen Analyse lautet : leserbriefe@taprofessional.de.
Ich finde es eine nette und gute Angewohnheit, wenn die Leserbriefe mit dem Realnamen unterzeichnet werden. Danke!
23.01.2002
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