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Deutsche Bibliothek - ISSN 1616-1831
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13.02.2001

Technische Analyse, Chartanalyse, Charttechnik von Aktien und Indices

In dieser Ausgabe werden folgende Werte untersucht:

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Webmethods Inc.

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www.taprofessional.de, Di, 13.02.2001, ld.
Die im B2B-Software-Sektor arbeitende Webmethods wird erst seit knapp einem Jahr an der NASDAQ gehandelt (Kürzel WEBM). Erste Kurse lagen bei über 300 Dollar. Dieses Niveau ist längst nicht mehr aktuell, Webmethods brach schon im April letzten Jahres extrem ein und notierte danach auf einem Fünftel der Anfangswerte. Fast ebenso stark erholte sie sich schnell bis Juli auf ca. 200. Die Aktie besitzt eine extreme Volatilität.

Chart: Webmethods Inc.
Im 2.Halbjahr 2000 geriet der Kurs erneut unter Druck und erreichte zum Jahreswechsel das Umkehrniveau des ersten Einbruchs von April-Mai. Auf Basis dieser Unterstützung entwickelte Webmethods eine Seitwärts-Trading Range zwischen 70 und 100.

Charttechnisch befindet sich die Aktie dennoch nach wie vor im Abwärtstrend, wie man anhand der oberen (roten) Widerstandslinie sehen kann. Die wurde letztmals im Januar getestet und konnte nicht durchbrochen werden. Diese Konstellation, waagerechte Unterstützung plus abwärts gerichtete Widerstandslinie, wird spätestens im April eine Entscheidung fordern. Momentan ist die Situation nur knapp neutral bis negativ. Ein Break der Unterstützung liefert ein neues, schweres Verkaufsignal.

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Rendite der 30jährigen T-Bonds

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www.taprofessional.de, Di, 13.02.2001, ld.
Die US-Bonds wurden schon einmal an dieser Stelle in der
TA professional Online-Ausgabe Nr.6 vom 10.01.2000 technisch unter die Lupe genommen. Damals markierte die Rendite mit 6,75 Prozent ein zweijähriges Hoch und es drohte ein Durchbruch der ultra-langfristigen Abwärtstrendlinie seit 1987.

Im ersten Quartal des vergangenen Jahres bildeten sich die Renditen jedoch kräftig zurück, der Trendbruch konnte damit noch ganz knapp abgewendet werden (siehe Mitte des Candle-Stick-Charts auf Wochenbasis). Technisch liegen die Bonds-Renditen nach dieser späten und für die Aktienbörsen allgemein erfreulichen Wende immer noch im sehr langfristigen, primären Abwärtstrend.

Chart: Rendite der 30jährigen T-Bonds
Nach dem kräftigen Anstieg des Zinsniveaus am langen Ende im Jahr 1999, beruhigte sich die Lage nach der Wende im fortschreitenden Jahr 2000 zunehmend. Mit schwächer werdenden Aufwärtsswings entwickelte sich auf dem Niveau der waagerechten Unterstützung bei 5,75 Prozent ein descending triangle. Technisch klassisch bricht die Rendite zum Jahreswechsel nach unten durch und liefert ein Verkaufsignal (gelb markiert).

Mit hoher Wahrscheinlichkeit erleben wir mit dem Anstieg vom Januar bis zum heutigen Zeitpunkt nur einen Pull-Back zurück an die Ex-Unterstützungslinie bei 5,75 Prozent. Mit der 200 Tage Durchschnittslinie und der (roten) Abwärtstrendlinie wird die Rendite in diesem Bereich vermehrt auf Widerstand treffen. Man kann m.E. optimistisch in die Zukunft blicken. Ich erwarte, dass die Renditen demnächst auch die kleinere Unterstützung bei 5,40 Prozent durchbrechen.

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US-Dollar in Euro

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www.taprofessional.de, Di, 13.02.2001, ld.
Der Stand des Euros gegenüber dem US-Dollar wird von politischer Seite mit Argusaugen verfolgt. Nach einem schwachen Start beschleunigte der Euro vergangenes Jahr den Abwärtstrend erheblich. Der Dollar stieg umgerechnet zur DM auf 2.36, so hoch wie letztmals vor 14 Jahren!
Als zum Jahreswechsel in den Staaten eine markante Abschwächung des Wirtschaftswachstums immer sicherer wurde, drehte auch der Dollar. Vom Top im Oktober verlor der "Buck" in zwei Monaten 13 Prozent.

Chart: US-Dollar in Euro
Die Abwärtskorrektur des Dollars ermutigt zur Zeit einige Banker, die nun bis Mitte des Jahres die Parität des Euros zum Dollar heraufbeschwören. Charttechnisch ist das noch gar nicht absehbar. Mit der Wende im 4.Quartal hat der Dollar zwar kurz und mittelfristige Aufwärtstrends nach unten durchbrochen, die Notierung liegt aber immer noch im Rahmen des langfristigen Aufwärtstrends. Im Chart ist ganz unten z.B. die (blaue) Aufwärtstrendlinie zu sehen, die ab dem Tief vom Oktober 1998 konstruiert werden kann.

Auch die sehr wichtige Unterstützung bei 1,04 Euro wurde Anfang Januar nur gestestet. Erst ein Break dieses Bereichs würde ein ernstzunehmendes Verkaufsignal auslösen.

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NASDAQ Composite Index

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Der NASDAQ Composite Index wurde in dieser Rubrik schon länger nicht mehr behandelt. Die letzte Analyse finden Sie in der
TA professional Online-Ausgabe Nr.32 vom 01.08.2000. Derzeit stand der vielbeachtete Index noch über 3600. Das Kursziel von 2800 Punkten wurde vier Monate später erreicht.

Chart: NASDAQ Composite Index
Leider bot die Unterstützungslinie bei 2800 keinen ausreichenden Halt, die Indexkurve fiel zum Jahreswechsel weit unter diese Linie. Der "Greenspan-Zinssenkungs-Bonus" führte zwar zu einer kräftigen Erholung, die jedoch Ende Januar bei 2800 ausgebremst wurde.
Charttechnisch dürfte es sich deshalb um einen Pull-Back handeln, der das vorherige Verkaufsignal bestätigt (rechts gelb markiert).

Das Rating ist insofern nach wie vor negativ. Der NASDAQ Composite ist bereits am Jahresende signifikant aus dem langfristigen Aufwärtstrendkanal gefallen.
Ein zweiter Test des letzten Tiefs bei 2290 ist m.E. höchst wahrscheinlich. Vielleicht entwickelt sich dort ein Doppel-Boden. Für eine nachhaltige Trendwende erscheint mir der zeitliche Abstand zwischen beiden Tiefs jedoch schon jetzt als zu gering. Ein Test der 2000er Marke ist nicht mehr auszuschliessen.

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NEMAX All-Share Index

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Beim NEMAX All-Share Index sieht es ähnlich schlecht aus wie im Composite Index der Börse NASDAQ. Der Gesamtindex des Neuen Markts hat den Aufwärtstrend schon im Oktober mit Kursen unter 4700 verlassen. Durch eine Parallelverschiebung der oberen (roten) Widerstandslinie lässt sich ein auf der Unterseite schlecht konturierter Abwärtstrendkanal einzeichnen.

Chart: NEMAX All-Share Index
Der Kanal ist nicht optimal, er reicht aber aus, um zu verdeutlichen, dass sich die technische Situation zum Jahreswechsel erheblich verschlechtert hat. Der NEMAX All-Share beschleunigte nämlich im November-Dezember und fiel sogar unter die Unterstützungslinie.

Wenn Sie den unten links eingeblendeten Langfrist-Chart betrachten, können Sie sehen, dass es jetzt in der Waagerechten nur noch eine letzte Unterstützungs-Zone gibt. Insbesondere der Bereich 2300 bis 2400 ist sehr massiv. Wenn der Index auch hier durchfällt, dann testen wir mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch die volle 2000er Marke.
Unter Berücksichtigung der intakten oder gerade erneut einsetzenden schweren Abwärtstrends von Index-Schwergewichten wie z.B. T-Online und MobilCom, sind 2000 Punkte m.E. ohne weiteres vorstellbar.

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Gruß und Erfolg, Lutz Düvel
13.02.2001
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