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Index der Ausgabe Nr.10 vom 16.10.1999


Editorial
Update: Dow Jones Industrial Index
Update: Zinsen
Vorsicht bei MobilCom
Leserbriefe
Link der Woche

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Editorial

TA professional, Sa, 16.10.99,
ld.
Willkommen zur Ausgabe Nr.10 !
Aufgrund unserer Redaktionsferien kommt die neue Ausgabe ziemlich verspätet. Doch für zwei, drei Wochen Börsenabstinenz im Jahr sollte einfach Zeit sein.
Nach der längeren Pause bietet es sich an, ein Rundum-Update bei den zur Zeit bedeutenden Chartbildern durchzuführen. Denn es wird an manchen Stellen wirklich eng. Hauptthemen sind deshalb die Wall Street mit dem Dow Jones Index und ein gründliches Update der Zinssituation in den Staaten und hierzulande.
Abschließend, wie in der letzten Ausgabe angekündigt, ein paar Worte zum Neuen Markt-Klassiker MobilCom.

Das Kursfeuerwerk beim Gold wird an dieser Stelle als nicht dermaßen wichtig betrachtet, da es sich vor allem nur um eine short-covering-rally handelte. Mehr zum gelben Metall wahrscheinlich in der nächsten Ausgabe.


INFO : Ab dieser Ausgabe werden Verweise auf Artikel in vergangenen Ausgaben mit Hyperlinks ausgestattet. Wenn Sie alle TA professional Ausgaben in einem einzigen Verzeichnis Ihres Datenträgers aufbewahren, funktionieren diese Links auch offline. (Eine Anleitung, wie man die Ausgaben am besten verwaltet, finden Sie bei Bedarf online im Archiv unserer Homepage.)

Rückblick

  • Das Kaufsignal der Aktie der BAAN Company N.V. (Ausgabe Nr.9) läßt noch auf sich warten. Keine Eile.
  • Air Liquide (Ausgabe Nr.9) tröpfelt in den letzten Tagen nach unten aus dem symmetrical triangle heraus. Der primäre Uptrend ist damit zwar noch lange nicht gefährdet (Unterstützungslinie aktuell bei ca. Euro 135), dennoch negativ !
  • Die Kaufring (Ausgabe Nr.7) hat zwischenzeitlich um gut 70% zugelegt. Eine Bodenbildung ist das aber noch lange nicht. Auf diese und neue Fundamentals warten.
  • Noch keine Entscheidung traf der Nikkei. Er hängt weiter an der Cross-Resistance unter 18.000. (Ausgabe Nr.9)


Gruss, Lutz Düvel  [ Manager Deutsches Finanz Forum, CompuServe ]

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Update: Dow Jones Industrial Index

TA professional, Sa, 16.10.99,
ld.
Ende Mai in der Ausgabe Nr.3 wurde an dieser Stelle darauf hingewiesen, wie stark überkauft der Dow Jones Index war. Mit einer 20%igen Entfernung von der langfristigen 200er GLD hatte er eine für die 90er Jahre einmalige Übertreibung erreicht. Nur 1986, ein Jahr vor dem legendären Crash, entwickelte sich innerhalb der letzten 20 Jahre eine vergleichbare Überhitzung !

Eine Konsolidierung war insofern nicht nur zu erwarten sondern sogar ausgesprochen positiv. Im September und Oktober bröckelten die Kurse verstärkt ab, wir hängen mitten in der Korrektur und die Pessimisten haben Hochkonjunktur. Nach Monaten der neidvollen Ruhe kriegt man die ersten hämischen Anrufe von Leuten, die wissen, daß man immer noch gut im Markt positioniert ist. (Sie selbst sind weder drin noch draußen, sondern schauen seit Jahren zu bzw. warten sehnsuchtsvoll auf das nächste Low. (Bei dem sie wieder kneifen werden.))
Doch nicht nur das - jede Woche reiht sich ein weiterer Experte in die Riege der Warner. Es wird scharf geschossen. Alan Greenspan, nun auch sein Vorgänger Paul A. Volcker, Ernst Welteke. Sie alle mahnen dezent und trotzdem eindringlich zur Vorsicht.

Es fällt schwer, in diesem Umfeld objektiv zu bleiben (und gleichzeitig nicht zwingend optimistisch). Wieder hilft der Blick in die Vergangenheit. In den letzten Jahren ist auffällig, daß gerade im 3.Quartal Weltuntergangsstimmung herrschte. Gehört man zu den Investoren, die sich täglich mit dem Börsengeschehen beschäftigen, ist es fast unmöglich, nicht auch infiziert zu werden. Denken Sie an 1998. Allerorten wurde eine schwere Deflation prognostiziert. Als die Werte zum Jahreswechsel plötzlich wie Raketen aufwärts schossen, war das Deflationsgespenst kalter Kaffee. Dann, nur ein halbes Jahr später, soll die Inflation und dementsprechend steigende Zinsen das Ende der Hausse einleiten. Mit diesen völlig entgegengesetzten Befürchtungen leben wir nun schon ein paar Monate, obwohl an der Preisfront IMO bislang nichts eindeutiges zu sehen ist.

Doch konzentrieren wir uns einmal auf die reine Chartanalyse.
Der Dow Jones hat im April die psychologisch bedeutende Marke von 10.000 Punkten erstmals überschritten und sich sofort ohne Korrektur weit darüber etabliert. Ein ausgesprochen positives Verhalten. Erst im Bereich von 11.000 beginnt die Konsolidierung, das Atmen, seit knapp zwei Monaten läuft ein Rückfall.

In Größe, Zeitraum und Struktur ähnelt die Entwicklung der vergangenen Monate denen zum Ende des Jahres 1997 und 1998. Der Dow Jones zeigt eine klassische Treppenbildung : nach 1000-1500 Punkten Gewinn folgt 2-4 Monate Konsolidierung. 1997 bei 8.000, 1998 bei 9.000, 1999 11.000. Danach ein Sell-Out, der auf dem zur Unterstützung gewordenen Widerstand (siehe Wechsel rot/blau) ausläuft :

Chart  (Klick zentriert)
Bislang hat der Dow ausgehend vom Top 1.300 Punkte oder 11,5% verloren. Eine kleine Korrektur im Verhältnis zum vorhergehenden Upswing. In dem legte er vorher von September 1998 in weniger als einem Jahr fast 3800 Punkte oder 50% zu !
Bislang wurde nicht mal die Standarderwartung einer Korrektur erreicht, die sich mittels der Fibonacci-Relationen errechnen läßt : bezugnehmend auf den Upswing 09/98 bis 08/99 liegt das Kursziel einer 38,2%igen Korrektur bei 9879, der 50%igen bei 9733 und der 61,8%igen bei 8986 Dow-Punkten.

Es wäre vermessen, fest von der Fortsetzung der oben genannten Treppenbildung auszugehen. Es ist aber erstmal die naheliegendste und wahrscheinlichste Prognose, die die Dow Jones-Technik zur Zeit bietet : Rückfall bis in die Zone der nächsttieferen Unterstützung.
An einer ersten Unterstützungszone ist der Jonas mit fast 10.000 Punkten angelangt. Der 10.000 und auch der 9650 sollte aber IMO nicht zu viel Bedeutung zugemessen werden. Richtig kräftig unterstützt ist der Dow erst knapp über 9000 Punkten. Und dies ist denn auch die charttechnisch wahrscheinlichste Auffangzone.

Die überkaufte Situation wurde in der Ausgabe Nr.3 anhand einer GLD-Differenzkurve deutlich gemacht. Wie sieht es da aus ?

Chart  (Klick zentriert)
Rechts zu sehen noch das bei gut 20% liegende Hoch, das an dieser Stelle zur Warnung in Ausgabe Nr.3 verleitete. D.h. in diesem Zeitraum notierte der Dow Jones mehr als 20% über dem Wert des gleitenden 200 Tage-Durchschnitts (200er GLD). Die 200er GLD wird beim Dow Jones von Investoren stärker beachtet, wie man an den häufigen Trendwenden dort vermuten kann.

Mit dem 1.300-Punkte-Rückgang der letzten Wochen steht dieser Indikator wieder auf neutral. Innerhalb der letzten min. 20 Jahre unterschritt der Dow Jones die 200er GLD nur drei mal nachhaltig. 1987 um etwa -18%, 1990 -10%, 1998 -9%.
Rein theoretisch ergäben solche Differenzen vom heutigen Stand der GLD aus gerechnet Dow Jones-Niveaus von 9400 bis 8500.

"Ja, aber bei solchen Berechnungen wird ja immer nur die Fortsetzung des Hausse-Trends vorausgesetzt!" könnte jemand einwerfen. Und genau dies muß man als Techniker auch tun. Denn das, was die Wall Street-Indices in den letzten Dekaden vorgelegt haben, ist schon einmalig. Der Dow Jones und auch der S&P 500 entwickeln langfristig extrem stetige, stabile und gleichzeitig sehr starke Uptrends. Die meiste Zeit wie mit einem Lineal gezogen.

Gleichzeitig darf man als Charttechniker so frei sein und völlig umschwenken, wenn wirklich alle Stricke reißen. Wir wissen, daß dann massenpsychologisch wirkende Kräfte frei werden können, deren Ausmaß niemand vorhersehen kann.
Dies ist bei weitem noch nicht der Fall. Der Weg ist frei und gefahrlos bis 9000 Punkte. Erst ein deutlicher Break dort ließe die Lage kritisch werden.

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Update: Zinsen

TA professional, Sa, 16.10.99,
ld.
T-Bonds-Renditen
Bisherige Artikel in Ausgabe Nr.2, Ausgabe Nr.6, Ausgabe Nr.8.
Zunächst sah es im August-September so aus, als wäre bei den Renditen der 30jährigen US-Treasury-Bonds alles gegessen. Die Wende lief. Im Oktober ziehen die Raten aber wieder an und überschreiten die untere Widerstandslinie des möglichen descending triangles.
Die langfristige, obere Abwärtstrendlinie wurde jedoch noch immer nicht genommen. Es wird bzw. ist eng, aber noch immer ist alles im Lot.

Chart  (Klick zentriert)

Deutsche Umlaufrendite
Bisheriger Artikel in Ausgabe Nr.8.
Die erste bedeutende, aber relativ schwache Widerstandslinie bei 4,8% hat den stürmischen Aufwärtstrend nicht aufhalten können. Erst jetzt dringt die Umlaufrendite in eine massive Widerstandszone im gesamten Bereich zwischen 5-5,5%.

Chart  (Klick zentriert)
Derweil übertreibt der Markt enorm wie anhand der GLD-Differenz zu erkennen ist :
Chart  (Klick zentriert)
Vergleichbar ist dieses Niveau nur noch mit der Situation während des Einheits-Booms - als die Bundesbank wirklich mit Inflation zu kämpfen hatte.
Die Marktteilnehmer sind insofern sehr optimistisch, was die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland angeht. IMO ungerechtfertigt. Eine Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank wird eindeutig vorweggenommen.


Eurex Bund-Future
Bisheriger Artikel in Ausgabe Nr.7.
Ziemlich erwartunsgemäß verläuft bisher die Kurve des Eurex Bund Futures. Die kleine Unterstützung bei ca. 107 provozierte nur eine kurzfristige Aufwärtskorrektur von wenigen Tagen. Danach geht es weiter steil bergab :

Chart  (Klick zentriert)
Mit aktuellen Notierungen von 103.7 taucht der Future in die massive Unterstützungszone ein, die dem primären Aufwärtstrend in den Jahren 1994, 1996 und 1997 über lange Zeit Einhalt gebieten konnte.
Auch dieser Chart läßt IMO erkennen, wie weit dieser Teiltrend steigender Zinsen schon fortgeschritten ist bzw. wie nahe wir vor einer zumindest kurz- bis mittelfristigen Korrektur stehen.

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Vorsicht bei MobilCom

TA professional, Sa, 16.10.99,
ld.
Die Aktie des Neuen Markt-Klassikers MobilCom ist gefährdet. Im Verhältnis zu den enormen Kursgewinnen im Sommer 1997 und Anfang 1998 ist die Aktie bereits seit 1.5 Jahren in einen gemächlichen Trend übergangen.

Chart  (Klick zentriert)
Im März-Mai 1998 bidete sich eine kleine symmetrical triangle-Struktur, deren verlängertes Niveau der Spitze, ca. 56, in der Folgezeit IMO die bedeutendste Chartlinie darstellt. Im Oktober letzten Jahres dreht die Aktie nochmals scharf als die Linie erstmals von oben getestet wird.
In den schwachen vergangenen Wochen bricht MobilCom aber beschleunigend durch - Verkaufsignal.
Die Erholung von Euro 42,70 zurück an die Linie ist höchstwahrscheinlich nicht mehr als ein Pull Back. Wird der Kurs jetzt bei 56 zurückgeworfen, ist dies die sehr negativ stimmende Bestätigung des Verkaufsignals.
Pull Backs sind deshalb zumeist die letzte Möglichkeit, zu guten Preisen zu verkaufen.

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